Reformationsjubiläum

500. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg an der Schlosskirche durch Martin Luther (1483-1546)
Wie seltsam: Da hat man einen deutschen Festtag, an dem man ein halbes Jahrtausend Weltveränderung feiern kann, aber für viele ist es nur ein weiterer arbeitsfreier Tag, und es interessiert sie gar nicht, was sie da feiern sollen. Noch seltsamer: Die Weltveränderung ausgelöst hat ein Mann, der auf der ganzen Welt als großer Deutscher verehrt wird, aber sein eigenes Land hat viel an ihm auszusetzen. Über den Reformator, der seit Jahrhunderten zu den populärsten Deutschen gehört, rümpfen heute viele die Nase.
Die einen hoben ihn auf einen Sockel, von dem ihn die anderen stürzen woll(t)en. Dabei wollte er nie auf einen Sockel. Von Denkmälern hielt er nichts.Er war ein bissiger Reformator, der keinem Streit aus dem Weg ging, doch gleichzeitig Humor und Heiterkeit zurück in die Religion brachte. Die Steifheit der Kleriker und den würdevollen Ernst der Theologen fand er lächerlich. Sein Gott war kein zorniger, sondern ein liebender und lachender Gott. Allein dies müsse aus jedem Christen einen fröhlichen Mensch machen, vor Freude Luftsprünge mache, meinte er.
Beim Studium der Bibel entdeckte Martin Luther: „Nicht durch Ablasshandel, Furcht und Buße führt der Weg zu Gott, sondern allein durch Jesus Christus werden Menschen aus Gnade zu Gottes liebsten Kindern.“ Mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel verschaffte er der Reformation, was so viel wie „Erneuerung“ bedeutet, den Durchbruch. Schon 100 Jahre zuvor hatte der Tscheche Jan Hus eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche gefordert, doch die Machtpolitik der Päpste vereitelte die Reformbestrebungen. Als Jan Hus am 6.7.1415 auf dem Konzil zu Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, soll er in Anspielung auf die Übersetzung seines Namens Hus=Gans gesagt haben, „Heute bratet ihr die Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen!“
Auch Luther sollte mundtot gemacht werden, doch mittlerweile waren die Vorbehalte gegenüber der römisch-katholischen Machtkirche in Deutschland so groß, dass alle Dämme brachen und sich die reformatorische Bewegung nicht mehr aufhalten ließ. Luther wollte nur religiöse Erneuerung, doch die Unbeweglichkeit des katholischen Machtapparats führte letztendlich zur Kirchenspaltung. „Ecclesia semper reformanda“ = „Die Kirche ist immer zu reformieren.“ Diese Forderung drückt bis heute das reformatorische Grundanliegen aus: Die Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch, muss sich in allen Bereichen, in ihrer Verkündigung und im Lebensstil immer neu vom Wort Gottes beurteilen und erneuern lassen.

Zum Lutherjahr findet am Reformationstag, 31. Oktober 2017, ein gemeinsamer Gottesdienst mit den umliegenden Gemeinden im großen Forum in Reken statt. Der Werther Chor „Werthvoll“ wird mit vielen anderen Chören gemeinsam ein Lutheroratorium aufführen. Der gemeinsame Gottesdienst beginnt um 10.00 Uhr und endet mit einem Mittagsimbiss und vielen Möglichkeiten zur Begegnung mit unseren Freunden aus den Nachbargemeinden. Eine Ausstellung und diverse andere Angebote runden das Programm ab.
Sie alle sind herzlich eingeladen, diesen Gemeindeausflug mit zu erleben. Wir planen für diesen Ausflug die gemeinsame Anreise per Bus(Unkostenbeitrag € 5,-).
Abfahrt 8.30 Uhr ab Friedenskirche Anholt
Abfahrt 8.45 Uhr Suderwick Kirche
Abfahrt 9.00 Uhr Werth Feuerwehr
Die Rückkehr wird gegen 14.00 Uhr sein.
Wenn Sie einen Platz im Bus reservieren möchten, melden Sie sich bitte unbedingt bis zum Dienstag, den 17. Oktober in einem unserer Gemeindebüros an.