Gottesdienst der Landfrauen Spork-Suderwick-Holtwick mit Dipl-Theol. Jörg Vriesen am Donnerstag, den 11. Januar 2018 in unserer Kirche in Suderwick

 

 

Begrüßung mit dem Wochenspruch: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Röm. 8,14

 

Liturgische Eröffnung

Lied: Wie der Hirsch nach frischem Wasser 617, 1,6+7

Psalm 23 / 711

Gebet: Gott, du sprichst: Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. In diesem Gottesdienst wollen wir erfahren, was uns wieder frisch macht, sowohl körperlich, als auch seelisch. Da müssen wir nicht lange nachdenken, denn die eigentliche Erfrischung bekommen wir immer über Wasser, frisches Wasser, in welcher Form auch immer. Doch es ist mehr, was du uns gibst. Wir müssen es nur erkennen. Du sprichst uns zu, uns von dem lebendigen Wasser geben zu wollen. Dazu müssen wir wissen, was das ist. Dem versuchen wir heute hier auf den Grund zu gehen. Wir wollen dir aber schon jetzt danken, dass du uns dieses Wasser verheißt, dass du uns erquickst und immer wieder neu machst. Amen.

Lesung aus der Offenbarung 21:

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

3 und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;

4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

7 Wer überwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.

 

Die Jahreslosung für 2018 ist dem vorletzten Kapitel der Offenbarung des Johannes entnommen. Dieses Buch ist kein Reiseführer durch die Endzeit, sondern ein Trostbuch für bedrängte Christen.

In Offenbarung 21 berichtet der Seher Johannes von einer Vision. Gegenstand dieser Vision sind der neue Himmel und die neue Erde, die Gott am Ende der Zeit schaffen wird (Offb. 21,1). Als Mittelpunkt der neuen Welt Gottes sieht Johannes ein „neues Jerusalem“ vom Himmel herabkommen. Es ist der Ort, an dem Gott in seiner neuen Welt mit den Menschen wohnen will (Offb. 21, 2-3). Dort herrschen paradiesische Zustände: Alle Tränen werden abgewischt, und es gibt keinen Tod, kein Leid, kein Geschrei und keinen Schmerz mehr (Offb. 21,4). Gott macht alles neu (Offb. 21,5).

Dafür steht dann auch das Bild von dem Durstigen, der umsonst vom Wasser des Lebens trinken darf (Offb. 21, 6). Die Hoffnung, dass Gott am Ende den Lebensdurst der Menschen stillt, gibt ihnen die Kraft, auf den Durststrecken des Lebens nicht aufzugeben, sondern zu „überwinden“ (Offb. 21,7) und die Wüstenzeiten des Lebens durchzustehen.

Die Zielaussage ist:

Weil Gott bei uns ist und unseren Lebensdurst stillt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten (umsonst!), können wir auch in schwierigen Lebenssituationen die Hoffnung bewahren und vertrauensvoll unseren Weg in die Zukunft gehen. Dabei brauchen wir nicht auf Kosten anderer zu leben, weil wir alle „Brüder und Schwestern“ sind.

 

Lied: Brunn alles Heils Nr. 140, 1+5

 

Andacht

Die Jahreslosung 2018 können wir uns bildlich gut vorstellen. Ein Mensch, halb verdurstet auf der Suche nach Wasser. Denn Wasser ist existentiell: Ohne Wasser kein Leben, kein Überleben – einen qualvollen Tod vor Augen, für all diejenigen, die Wasser benötigen, die durstig sind.

Aber in diesem Vers stecht ja noch viel mehr! Spricht mich dieser Vers überhaupt an? Welche Gedanken kommen mir, wenn ich mir diesen Vers bildlich vorstelle?

  • Durstig sein: Wer ist durstig? Gehöre ich zu den Durstigen? Nach was dürstest Du?
  • Quelle: Wo ist die Quelle? Wie finde ich diese Quelle?
  • Lebendiges Wasser: Was ist das Gegenteil? Totes, fauliges, verschmutztes Wasser? An welcher Quelle sitzt Du? Umsonst? Wo gibt es sowas? Welchen kostspieligen Versprechen rennst Du hinterher?
  • Nach was dürsten wir? Frieden? Geborgenheit? Liebe? Angenommen sein? Sinnvolle Aufgaben? Gemeinschaft? Welche Sehnsüchte haben wir? Welche Bedürfnisse?

Was ist nur scheinbar eine Quelle, jedoch eine Quelle mit faulem Wasser? Durst nach Leben – viele verzweifeln daran, weil es nur „faules Wasser“ gibt, aber kein „lebendiges Wasser“. Woraus schöpfen wir Kraft für das Leben und wo lähmt uns die Angst vor dem Leben? Angst, zu kurz zu kommen? Angst, das Leben zu verpassen? Stell Dir vor, es gäbe diese Angst nicht: Wäre da nicht die Welt um einiges besser? Wäre nicht mein Leben um einiges erfüllter, wenn ich diese Angst ablegen könnte? Weniger Durst – vor lauter Angst und Panik!

Bild, was in unserem Kopf oft los ist:

Ja, ich denk, dass dieser innere Durst nach Leben jeden Menschen an- und umtreibt. Immer auf der Suche nach „Erfüllung“, nach „Durststillung“. Jedoch bei vielen Menschen lähmt die Angst deren Leben zu finden. Ich würde auch behaupten, dass viele dieser Menschen einen Durst verspüren, aber auch nicht sagen können, woher er kommt, was die Ursachen der „Wassersuche“ sind. So sind wir alle immer auf der Suche nach Wasser – die Sehnsucht nach innerer Ruhe und Erfüllung.

Vielleicht hilft uns diese Jahreslosung in 2018, das lebendige Wasser zu finden, selbst wieder lebendig zu werden und nicht als „Verdurstender“ am Boden zu liegen und mit dem Leben abgeschlossen zu haben.

Viele dürsten nach Gott, finden Ruhe und Geborgenheit in ihm. Nicht immer kann man dies spüren, ja vielleicht auch oft  nicht verstehen, aber es ist diese Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Ruhe und Frieden.

….. Gespräch über Gott und Glauben. Trend …. Kirche hat nicht mehr viel zu sagen. Farbe bekennen. Ähnlich wie in der Geschichte von den Schmusern ….

 

Vor langer Zeit lebten die Menschen auf dieser Welt zufriedener und glücklicher als heute. Jedem wurde damals bei der Geburt ein kleiner  und warmer Sack mit auf den Lebensweg gegeben. In diesem Sack befanden sich unzählige warme Schmuser, die jeder seinem Mitmenschen verschenken konnte, wann es ihm beliebte. Die Nachfrage nach diesen Schmusern war groß, denn wer einen geschenkt bekam, fühlte sich am ganzen Körper wohlig warm und liebkost. Wenn einer ausnahmsweise einmal zu wenig Schmuser geschenkt bekam, lief er Gefahr, sich eine schlimme Krankheit einzuhandeln, die zu Verschrumpelung, Verhärtung und gar zum Tode führen konnte. Aber zum Glück war es damals leicht, Schmuser zu bekommen. Immer, wenn einem danach war, konnte man auf einen anderen zugehen und um einen Schmuser bitten. Der andere holte selbstverständlich einen aus seinem Sack, und sobald man sich diesen Schmuser zum Beispiel auf die Schulter gelegt hatte, fühlte man sich wohl und bekam ein rundum gutes Gefühlt. Die Menschen erbaten oft Schmuser voneinander; und da sie auch freigiebig verteilt wurden, war es kein Problem, genügend davon zu bekommen. Alle Menschen fühlen sich die meiste Zeit wohl glücklich und liebgehabt, bis eines Tages eine Hexe darüber sehr böse wurde. Sie hatte nämlich einen großen Vorrat an Tinkturen und Salben für diejenigen, die tatsächlich einmal krankt wurden, doch brauchte kaum jemand ihre Mittel. Sie begann deshalb den Menschen einzureden, dass ihnen die Schmuser bald ausgehen werden, wenn sie weiter so freigiebig damit sind. Und die Menschen glaubten ihr seltsamerweise. Sie fingen an, über ihre Schmuser zu wachen und nicht mehr so großzügig damit umzugehen. Viele beobachteten neidisch ihre Mitmenschen, wenn diese anderen einmal einen Schmuser schenkten, wurden oft böse und machten ihnen Vorwürfe. Diese wollten ja ihren Eltern, Kindern und Partnern nicht wehtun und bemühten sich, anderen keine Schmuser mehr zukommen zu lassen. Die Kinder lernten das schnell von ihren Eltern: Sie merkten, dass es scheinbar falsch ist, seine Schmuser all denen zu verschenken, die danach Lust hatten. Obwohl immer noch jeder in seinem Sack genügend Schmuser fand, holten die Menschen immer seltener einen hervor. Die Folgen waren schrecklich: Immer weniger Menschen erhielten die Schmuser, die sie brauchten; immer mehr fühlten sic nicht mehr warm, glücklich und liebkost. Viele wurden krank und einige starben gar an Schmusermangel.  Die Hexe konnte jetzt viele Arzneien verkaufen, merkte aber bald, dass sie gar nicht zu helfen schienen. Natürlich wollte sie auch wieder nicht, dass die Menschen starben; wer sollte denn dann ihre Mittelchen kaufen? Sie erfand also etwas Neues: Kalte Fröstler. Sie verkaufte jedem einen Sack mit kalten Fröstlern. Die Fröstler sahen genauso aus wie die Schmuser, nur gaben sie den Menschen kein warmes und liebkosendes Gefühl, sondern ein kaltes, fröstelndes. Aber sie ließen immerhin die Menschen nicht mehr verschrumpeln und sterben. Wenn jetzt jemand einen warmen Schmuser haben wollte, konnten ihm die Leute, die Angst um ihren Schmuservorrat hatten, stattdessen einen Fröstler anbieten. Oft gingen zwei Menschen aufeinander zu, in der Hoffnung, vom anderen einen Schmuser zu bekommen, doch dann überlegte es sich der eine oder andere noch mal, und am Ende gaben sie sich nur kalte Fröstler. Zwar starben kaum noch Menschen an Schmusermangel, weil sie ihn einigermaßen mit Fröstlern ausgleichen konnten, aber die meisten fühlten sich nicht mehr wohl, liefen verbittert und vom Leben enttäuscht umher. Schmuser waren ungeheuer wertvoll geworden. Eltern ermahnten ihre Kinder, sich genau zu überlegen, wem sie einen Schmuser geben. Paare wachten eifersüchtig über den Schmuservorrat des anderen. Kinder neideten ihren Eltern die  Schmuser, die sich diese gegenseitig gaben. Früher waren oft viele Menschen in Gruppen zusammengekommen, ohne sich darum zu kümmern, wer wem Schmuser schenkte. Jetzt schlossen sich alle zu Paaren zusammen und behielten misstrauisch ihre Schmuser für sich. Wer versehentlich oder weil er gerade Lust dazu hatte, einmal einem anderen einen Schmuser gab, fühlte sich auch gleich  danach schuldig, weil er wusste, dass ihm sein Partner das übelnehmen würde. Und wer keinen freigiebigen Partner finden konnte, musste sich Schmuser kaufen, wenn er welche wollte, und für das Geld Überstunden machen. Einige Leute wurden irgendwie beliebter als die anderen und bekamen eine Menge Schmuser, ohne selber welche hergeben zu müssen. Sie verkauften dann ihre Schmuser zu hohen Preisen. Ein paar ganz raffinierte Menschen hatten eine Idee: Sie sammelten kalte Fröstler, die ja recht billig und in Mengen zu haben waren und verkauften sie für viel Geld als warme Schmuser. Diese scheinbar warmen und flauschigen Schmuser waren in Wirklichkeit nicht weiter als Plastikschmuser oder Schmuserimitationen und schufen noch mehr Probleme. Sie hinterließen nach ihrem Gebrauch das Gefühl, etwas verpasst zu haben, machten regelrecht süchtig danach, immer wieder und immer mehr davon zu kaufen. Viele starben schließlich, weil sie einfach zu viel Plastikschmuser verbraucht hatten. Über diese Süchtigen regten sich zwar die „normalen“ Menschen furchtbar auf, aber sie konnten weder die Plastikschmuser aus der Welt schaffen noch das Bedürfnis danach. Allzu oft passierte es, dass sich zwei Menschen trafen, um warme Schmuser auszutauschen und ein gutes Gefühl zu bekommen, benutzten aber dafür Plastikschmuser. Nach den ersten Minuten oder Stunden spürten sie dann, dass ihnen nur ein kaltes, fröstelndes und leeres Gefühl geblieben war, das sie so schnell wie möglich wieder loswerden wollten. Deshalb kauften sie schnell neue und gerieten in einen Kreislauf, aus dem sie alleine niemals herausfinden konnten. Überhaupt gab es in dieser Zeit viel Verwirrung unter den Menschen. Keiner fand sich mehr so zurecht, wie es früher gewesen war. Und alles nur , weil die Hexe ihnen eingeredet hatte, es gäbe nicht genügend warme Schmuser! Vor kurzem kam nun eine Frau zu uns, die offensichtlich noch nichts von der Hexe gehört zu haben scheint. Sie sorgt sich überhaupt nicht um ihren Schmuservorrat und verteilt sie so freigiebig, wie niemand sonst, sogar ohne darum gebeten worden zu sein. Man nennt sie die Hippiefrau. Die Erwachsenen waren anfangs sehr verärgert, gibt doch diese Frau den Kindern die fixe Idee, es gäbe immer genügend Schmuser in ihren Säcken. Die Kinder mögen diese Frau sehr und lernen langsam wieder, dass es immer ausreichend Schmuser geben wird. Doch die Erwachsenen sind schon so verhärtet und festgefahren in ihren Vorstellungen, dass sie die Botschaft der Hippiefrau nicht begreifen. Jetzt wird sogar ein Gesetz erlassen, das den verschwenderischen Gebrauch von Schmusern unter Strafe stellt. Es soll die Kinder davor schützen, ihre Schmuser zu vergeuden. Zum Glück kümmern sich nicht alle Kinder um dieses Gesetz, und wir können hoffen, dass auch die Erwachsenen sich langsam wieder an die Zeit erinnern, in der sich jeder wohl und liebgehabt fühlte, weil es warme Schmuser in Hülle und Fülle gab. Werden wir endlich wieder damit beginnen, so viele Schmuser zu verschenken, wie jeder braucht? Fangen wir doch heute schon damit an, sooft wie möglich in unseren Schmusersack zu greifen!

Lied: Ins Wasser fällt ein Stein Nr. 659, 1-3

Fürbitte:

Ewiger Gott, durch das Wasser der Taufe sind wir zu Gliedern Deiner weltweiten Kirche geworden. Wir danken Dir dafür, dass wir uns in unseren Konfessionen und Traditionen, in all unseren Lebenssituationen und in unserer ganzen Bedürftigkeit zu dir bekennen können und das lebendige Wasser empfangen, als das sich Jesus selbst zu erkennen gibt. Nicht einen Tag könnten wir ohne dies lebendige Wasser als Glieder und Gemeinschaft Deiner Kirche bestehen. Gott, Du löscht nicht nur den Durst nach Wasser, sondern auch den nach Sinn und Erfüllung, nach Leben und Liebe. Wir danken Dir dafür. Amen.

Unser Vater, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segensbitte/ Segen

Lied: Der Mond ist aufgegangen Nr. 482, 1,4+5