Geschichte evangelische Gemeindehäuser Suderwick

Die Gemeindehäuser der evangelischen Kirche in SuderwickDas erste Pfarrhaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Suderwick, ab 1919 Gemeindehaus, Quelle Fam. Georg KrämerMädchen vor dem alten Gemeindehaus, ca. 1935, Quelle Fam. Georg Krämer
Posaunenchor auf dem Weg zum Kinderfest vor dem alten Gemeindehaus, ca. 1950, ganz rechts Lehrer Buddenborg, dahinter Wilhelm Tuente (weiße Jacke), 5. v. links Johannes Tuente, Sohn des langjährigen Dirigenten des Posaunenchors, Quelle: Fam. Johannes Tuente

Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich Pfarrer Reeder aus Anholt große Sorgen um das Seelenheil der Suderwicker Protestanten. In den nahen Niederlanden war aufgrund von Kritik an der Kirche durch „Abscheidung“ eine Vielzahl von kleineren Glaubensgemeinschaften entstanden, die zum Teil bis heute bestehen. Pfarrer Reeder befürchtete, dass die Tendenz zur Separation auch auf Suderwick übergreifen könne, da die Suderwicker seit alters her engere Bindungen an die reformierte Dinxperloer Kirchengemeinde hatten, als an die lutherisch geprägten deutschen Kirchengemeinden in Bocholt und Anholt. Darum befürwortete er den Bau einer evangelischen Schule und die Gründung einer evangelischen Kirchengemeinde in Suderwick, auch wenn sie reformierter Ausprägung sei. Am 8. Juni 1863 wurde den Suderwickern die Abkoppelung von der evangelischen Kirchengemeinde Bocholt und  Errichtung einer eigenen Kirchengemeinde als Filialgemeinde Anholts zum 1. Januar 1864 gestattet. Da die Suderwicker jedoch zu arm waren, eine Kirche samt Pfarrhaus aus eigener Kraft zu bauen und zu unterhalten und Hilfe vom Staat nicht zu erwarten war, reiste eine Abordnung führender Suderwicker – der spätere Kirchmeister Wilhelm Kastein, Wilhelm Tuente und der langjährige Presbyter Vriesen – auf Anregung von Pfr. Reeder nach Elberfeld, um die dortige reiche niederländisch-reformierte Kirchengemeinde um Hilfe zu bitten. Die Prediger Geyser und Krafft hörten mit Erstaunen von den Problemen der Suderwicker und versprachen Hilfe. Am 5. Juli 1864 richtete das Elberfelder Presbyterium ein „Proclama“ an die Elberfelder Gemeinde mit der Bitte um Spenden für die armen Glaubensbrüder an der Grenze. Bereits am 21. August konnte Pfr. Geyser anläßlich eines Besuches in Suderwick eine Bibel, Abendmahlsgeräte und 300 Taler für den Kauf eines Kirchbauplatzes übergeben. Vor Ort stellte er jedoch fest, dass die dringlichste Erfordernis für die Bildung einer funktionierenden Kirchengemeinde eine Wohnung für den Seelsorger sei. In seiner Gegenwart kaufte daraufhin Wilhelm Kastein am 15. September 1864 von dem Sporker Johann Hüning vier Morgen Land mit dem Haus Suderwick Nr. 50, genannt Wittagt,  darauf. Der Preis betrug 1.670 Taler. Weitere 450 Taler wurden für Umbauten und Reparaturen aufgewandt. Bei dem Haus handelte es sich um ein altes, weißgetünchtes Haus. Die Schenkung sollte mit der Auflage erfolgen, dass das Haus nicht verkauft werden darf und dass die Suderwicker Kirchengemeinde den Namen Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Suderwick tragen müsse. Da es über der Namensfrage zu Spannungen zwischen den Elberfelder Gönnern und dem Suderwicker Presbyterium kam, ließ Pfr. Geyser das „Gütchen“ auf seinen Namen in das Grundbuch eintragen, und das Elberfelder Presbyterium stellte das Haus dem Prediger der Gemeinde Suderwick zur Verfügung unter der Bedingung, dass die Suderwicker innerhalb einer Frist von fünf Jahren den Namen ihrer Kirchengemeinde gemäß dem Wunsch der Elberfelder änderten.

Ab 1865 diente das Haus als Pfarrhaus für den ersten Suderwicker Pastor, Pfarrverweser Carl Heinrich Adelbert Birnbach (1865-1869 Pfarrer in Suderwick), und dessen Frau Luise Maria Johanna Christine Salomon sowie anschließend für den unverheirateten Pfarrverweser Renatus Wilhelm Urner. Letzterer war am 29. August 1869 in dem als Kirche benutzten Schulsaal der 1857 mit Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins gegründeten evangelischen Schule Suderwick durch Superintendent Opdenhoff als Pfarrer eingeführt worden. Sein Vater, Dr. med. Hermann Gustav Urner, aus Elberfeld besuchte den Sohn am 26.2.1872 in Suderwick und wohnte als Vertreter des Vorstandes der Elberfelder Pastoralhülfsgesellschaft einer Presbyteriumssitzung bei. Dabei überbrachte er eine Gabe von Elberfelder Freunden für Reparaturarbeiten am Pfarrhaus.

Nach fast fünf Jahren wurde der Name der Suderwicker Kirchengemeinde tatsächlich den Wünschen der Elberfelder Geldgeber entsprechend geändert in Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Suderwick. Pfarrverweser Urner gab die Entscheidung am 5. April 1870 dem Presbyterium bekannt. Damit war der Weg frei für den Schenkungsvertrag, der am 10. Juni 1870 bei Notar Heinrich Albert Bunge in Bocholt unterzeichnet wurde. Der Vertrag enthielt die Klauseln, dass „niemals und unter keinen Umständen irgendeine Parzelle oder Theil einer Parzelle vertauscht, verkauft oder zu einem anderen Zweck verwendet werden darf, Wohnhaus, Garten und Ackerland soll fort und fort ausschließlich dem jeweiligen reformierten Prediger zum Nießbrauch überwiesen sein. Außerdem solle die gegenwärtige Schenkung sofort widerruflich sein und das geschenkte Besitzthum dem Schenkgeber anerfallen, sofern die reformirte Gemeinde Suderwyk jemals ihre Selbständigkeit aufgibt und wieder in eine andere Parochie eingepfarrt wird, oder ihr Bekenntnis und Namen als evangelisch-reformirte Gemeinde ändert“.

Pfarrer Urner verstarb am 25. Mai 1873 im Alter von 32 Jahren in Suderwick an der Schwindsucht und Lungenlähmung. Er wurde in seiner Heimat Elberfeld beerdigt. Nach ihm wohnte der Pfarrverweser Ludwig Knochenhauer (9. September 1874-28. Mai 1876 Pfarrer in Suderwick), gefolgt von Pfarrverweser Gustav Rudolf Hengstenberg (3. Dezember 1876-10. November 1877 Pfarrer in Suderwick) und dessen Frau Ida, geb. Overbeck. Letzter im alten Pfarrhaus wohnender Pastor war Pfarrverweser Carl Johann Gottlob Weise mit Frau Lina, die hier am 8. März 1881 gestorben ist. Während der ganzen Zeit haben neben den Pastören und ihren Familien eine ganze Reihe von Grenzaufsehern in dem Haus gewohnt. Anscheinend besserten die Pastöre durch Untervermietung ihr Gehalt auf.

Nachfolger von Pfarrverweser Weise wurde der tuberkulosekranke Pfarrer Wilhelm Ewald Schniewind (Pfarrer in Suderwick 24. Juli 1881 bis 18. August 1885). Dieser baute mit Hilfe seines vermögenden Vaters ein neues, seiner Gesundheit zuträglicheres Pfarrhaus (Suderwick Nr. 102) und schenkte es der Kirchengemeinde.

Nachdem es seine Funktion als Pfarrhaus eingebüßt hatte, wurde das alte Pfarrhaus im Jahre 1919 zum Gemeindehaus umfunktioniert und 1927 noch einmal um den Saaltrakt erweitert. Nun gab es nach vorn zur Straße hin im Erdgeschoss eine Mietwohnung, in der vor dem II. Weltkrieg Schneider Tieltjes, der Hausmeister des Gemeindehauses, mit seiner Frau wohnte. Im Obergeschoss hatte Frau te Beest, eine ältere, sehr vornehme Dame, ihre Wohnung. Sie hatte auf allen Polstermöbeln und auf den Schränken gehäkelte Deckchen liegen. Auch die Tieltjes waren sehr adrette Leute. Herr Tieltjes kam nicht von hier, war möglicherweise Niederländer, doch sprach immer hochdeutsch. Seine Frau war Niederländerin. Die Tieltjes’ hatten keine Kinder, aber einen Rehpinscher, der immer auf der Fensterbank saß. Die Suderwicker Kinder fanden ihn interessant, weil er immer zitterte, aber sie hatten Angst vor ihm, denn er galt als aggressiv und bissig. Für Frau Tieltjes war er Kind-Ersatz. So war der Jammer groß, als der aggressive Hund sich einmal mit dem Foxterrier von Pastor Meis anlegte und dabei den Kürzeren zog. „Der Bluthund vom Pastor hat unseren Kleinen getötet“, soll Frau Tieltjes weinend erzählt haben.

Hinten an die Wohnung von Tieltjes war ein kleinerer und ein größerer Saal mit Bühne angebaut. Dort wurden geregelt Scharaden und Theaterstücke vom Jungmädchen-Verein und vom CVJM aufgeführt. Lehrer Tegeler studierte die Stücke ein. Seine Frau nähte die Kostüme. Im großen Saal übten der Posaunenchor, der Theaterclub und der Gesangverein. Hier tagte die Frauengruppe und der Jungmädchenverein. Auch Gemeindefeste, Weihnachtsfeiern und Familienfeiern fanden hier statt. Im kleineren Saal wurden u.a. der Konfirmanden-Unterricht und die Presbyteriumssitzungen abgehalten.

Bei Kriegsende litt das betagte Gemeindehaus ziemlich, nachdem das Dach – wie bei den umliegenden Gebäuden – durch Kriegseinwirkungen in den letzten Kriegstagen schwer beschädigt worden war.

Als nach dem II. Weltkrieg ein 1 bis 5 km Streifen entlang der Grenze zum „Niemandsland“ erklärt wurde und geräumt werden musste, lag auch das Gemeindehaus in dieser Zone. Fam. Tieltjes zog zu Schreiner Johann te Beest und dessen Frau Leida, geb. Krämer (aus der Pletterstraße, Tante von Georg Krämer) an den Aaltenseweg in Dinxperlo, wo sich ihre Spur verliert. Wo Frau te Beest aus der oberen Wohnung geblieben ist, konnte ebenfalls nicht geklärt werden.

Nachdem er bereits seit April 1946 den Dienst versah, wurde Gerhard Koskamp am 31.8.1946 vom Presbyterium einstimmig für das Amt des Küsters und Friedhofswärters gewählt. Er übernahm dieses Amt vom langjährigen Küster Wilhelm Kastein, der in einem eigenen Haus an der Kirche gewohnt hatte. Als Kirchenküster musste die Familie Koskamp auch Hausmeisterdienste im Gemeindesaal übernehmen und hatte deshalb ein Anrecht auf die Dienstwohnung im Gemeindehaus, in der Zeit der Wohnungsnot nach dem Krieg ein unschätzbarer Vorteil. So zog die Fam. Koskamp, die bisher einige gemietete Zimmer im Haus Termaat im Beekweg bewohnt hatte, in das alte, nun schon ziemliche baufällige Gemeindehaus. Als Gerhard Koskamp 1953 eine Arbeitsstelle beim Lowicker Bauunternehmer Tielkes fand, übernahm seine Frau Dina, geb. Rexwinkel, das Küsteramt. Bei ihrer offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand am 3.7.1976 hatte sie dieses Amt gemeinsam mit ihrem Mann insgesamt mehr als 30 Jahre innegehabt.

Eine Renovierung des alten Gemeindehauses erwies sich als unrentabel. Deshalb wurde 1950 mit dem Bau eines neuen Gemeindehauses begonnen. Dieses wurde unmittelbar neben dem alten errichtet. Architekt war Johannes Nievendick aus Werth, der auch gleichzeitig auch Bauschreiner war. Grundsteinlegung Suderwick17. Juli 1951  – Grundsteinlegung am neuen Gemeindehaus, Pfarrer Friedrichsmeyer hält die Ansprache, links von ihm steht Dina Koskamp, die spätere Küsterin, ihr Sohn Günter wird verdeckt durch die evangelische Lehrerin, Frl. Martha Soldat (mit Hut). Rechts von Pfarrer Friedrichsmeyer sehen wir Küster Gerhard Koskamp und Jettchen Kemink
Quelle: Irene Kempink, geb. KoskampSuderwick AnspracheAnsprache des Architekten Nievendick aus Werth anläßlich der Grundsteinlegung am 17. Juli 1951 v.l.n.r.: Frl. Soldat, Dina Koskamp, Frau Friedrichsmeyer, Küster Gerhard Koskamp, Architekt Nievendick, Pfr. Friedrichsmeyer (halb verdeckt), Lehrer Herbert Zimmerling, Mathilde Krämer, Wilhelmine Brüggink, Kind davor ???
Quelle: Irene Kempink, geb. KoskampSuderwick GrundsteinlegungGrundsteinlegung am neuen Gemeindehaus v.l.n.r.: Dina Miggelbrink, Maurer Büdding, langjähriger Presbyter und Kirchmeister Engelbert Sonsmann, Dina Koskamp (halb verdeckt), ??, Architekt Nievendick, Frau Friedrichsmeyer (sitzend, halb verdeckt), Pfr. Friedrichsmeyer, Lehrer Zimmerling
Quelle: Irmgard Sonsmann

Am 17. Juli 1951 fand die Grundsteinlegung statt. Das Richtfest konnte bereits am 31. August 1951 gefeiert werden. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um den 1.000. Fall eines Zuschusses des Landes Nordrhein-Westfalen zu einem Jugendheim seit Kriegsende handelte.

Irene Koskamp, die 1-jährige Tochter der Küsterfamilie, war ein recht aufgewecktes Kind. Da Dina Koskamp Angst hatte, dass der kleine Irrwisch in den Keller des Neubaus fallen könnte, wurde Irene kurzerhand wie ein Hund an der Leine mit einem Stück Tau an die Halterung des Blendladens am alten Gemeindehaus angebunden, wenn die Mutter im Garten war.

Beim Dachdecken hatte sich Bauschreiner Nievendick bei den Abständen der Dachlatten verrechnet, so dass die Latten zu dicht untereinander angebracht waren und die Dachpfannen nicht zwischen die Latten passten. Kurzerhand brach der Dachdecker die Nase von den Pfannen ab, befestigte sie mit Mörtel und schon passte es.  Leider hatte er nicht bedacht, dass das Dach dadurch undicht werden würde. Im Winter bei Jagdschnee war genau so viel Schnee auf dem Dachboden wie im Garten.

Wie beim jährlichen Kirchenputz haben Johanna Kemink, geb. Hübers, und eine Gruppe Suderwickerinnen nach der Fertigstellung das neue Gemeindehaus geputzt. Auch damals war also Eigenleistung schon ein Thema.

Zur Einweihung des neuen Gemeindehauses am 6. Februar 1952 dichtete Hanna Meis-Imhoff, die Witwe des am 14.11.1946 verstorbenen Pastors, folgende Verse:

Du alte Haus mit grünen Läden,
Verbunden mit dem trauten Saal,
Voll Wehmut müssen wir nun scheiden,
Beschauen Dich um letzten Mal.
Denn tausende Erinnerungen
Aus unvergess’ner langer Zeit,
Wo Du so vieles uns geboten,
Die kommen ins Gedächtnis heut’.

Es waren viele, gute Stunden,
Die wir in diesem Raum verbracht,
Das ernste Wort wurd’ hier betrachtet,
Doch auch gescherzet und gelacht,
Und Lieder tönten, Hörner schallten,
Gefeiert wurde manches Fest.
Doch – viele, die hier mit uns weilten,
Sind heimgegangen und fehlen jetzt.

Sie starben nah, sie starben ferne,
Bei uns und weit im fremden Land,
Wir wollen ihrer treu gedenken,
Die Namen sind uns wohlbekannt.
Es ist vorbei! Der Wind verweht gleich
Den letzten Staub von unserm Saal,
Noch einen Blick, ein feuchtes Auge,
Die Stätte ist leer, öde und kahl.

Doch – nebenan erhebt sich würdig
Ein neues Heim, ein neues Haus
Wo künftig unsere liebe Jugend
Ihr’ Schritte lenket ein und aus.


Oh möge auch auf diesem Raume
Der Segen unseres Gottes ruh’n,
Auf allen, die hier wirken, schaffen,
Auf ihrem Lassen, ihrem Tun.
Und wie die Väter uns gelehret,
Ihr Wahlspruch war schon lebenslang:
„We willt bi’t Evangelium bliewen“,
Bis Gott uns ruft zum letzten Gang.

Die Festpredigt in der Kirche hielt Oberkirchenrat Lic. Wilhelm Brandes über den Römerbrief, Kapitel 12, 4-12. Anschließend hielt er auch eine Weiherede am neuen Gemeindehaus. Bei der Einweihungsfeier kamen folgende Redner zu Wort:

Regierungspräsident Hackethal,
Landrat Renzel,
Amtsdirektor Dr. Post,
Pfarrer Dr. Seidenstücker, Gronau, als Vertreter des verhinderten Superintendenten,
Pfarrer Hübner, Isselburg
Pfarrer Wigger, kath. Kirchengemeinde St. Michael, Suderwick
Dominee van Dijk, Dinxperlo,
Pfarrer Quade,
Pfarrer Nörenberg, Anholt

Auch Pfusch am Bau war damals nicht unbekannt. So war bei den Bodenarbeiten der Fehler gemacht worden, das Balkengerüst, auf dem der Fußboden des Saales ruhte, direkt in den Sand zu legen, ohne den Grundwasserspiegel zu berücksichtigen. Bei nassem Wetter lagen die Balken imGrundwasser und verrotteten daher schnell. Bereits knapp 15 Jahre nach Baufertigstellung war eine umfangreiche Renovierung nötig.

Bei der Silberhochzeit des Ehepaares Koskamp am 25.2.1966, die im Gemeindesaal gefeiert wurde, mussten die Tanzenden aufpassen, wo sie hintraten, um nicht durch die morschen Bretter zu brechen.Geschmücktes Gemeindehaus Suderwick12.3.1955 Das geschmückte Gemeindehaus anläßlich der Silberhochzeit der Eheleute Tuente

Der Fußboden im Saal war völlig verrottet. Zwischen der Silberhochzeit des Küsterehepaars und der Hochzeit der Tochter Irene am 13.6.1969 wurde das neue Gemeindehaus umgebaut. Man verlegte den Eingang des Gemeindezentrums von der Vorderseite nach hinten und verlängerte den Saal um etwa 3 m. Seitlich wurde ein Vorratsraum angebaut. Der Anbau wurde nicht mehr auf Holzbalken sondern auf Betonringe errichtet. Außerdem wurden neue Fenster eingesetzt und die Ölöfen durch eine Zentralheizung ersetzt.

Am 3.7.1976 wurde das Ehepaar Koskamp offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Zu ihrem großen Leidwesen musste Dina Koskamp die Dienstwohnung, „ihre“ Wohnung, aufgeben. Mit Anita und Frank Brüggink konnte noch einmal ein junges Ehepaar als Hausmeister für den Gemeindesaal gewonnen werden.

Suderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensSuderwick altes Gemeindehaus Melanie SteffensQuelle: Melanie Steffens

Gemeindehaus 2011 Suderwick


Das Gemeindehaus im Herbst 2011, Quelle: Sonja RexwinkelGemeindehaus 2011 SuderwickGemeindehaus 2011 Suderwick

Danach wechselten mehrere Mieter in rascher Reihenfolge. Hausmeisterdienste konnten von der Kirchengemeinde nicht bezahlt werden. Trotzdem engagierten sich einige Mieter in erfreulicher Weise. Auf die Dauer ist ein solcher Mieterreigen jedoch nicht gut für ein Haus. Wartungsarbeiten wurden vernachlässigt, die Wohnung wurde abgenutzt, niemand hatte mehr ein Auge auf den Zustand des Gemeindesaals und der Nebenräume. So verfiel das Haus langsam, und die Reparaturen häuften sich. Schließlich musste man sich eingestehen, dass die Wohnung in einem Zustand war, der ein weiteres Vermieten unmöglich machte. Die nötige Renovierung war wieder einmal nicht rentabel. Erstaunlich viele ehrenamtliche Helfer fanden sich am 5. November 2011 ein, um das Mobiliar in die ehemalige Grundschule nach Spork zu geschaffen. Nach langem Hin und Her rückte am 15. Februar 2012 der Bagger an, um das Gemeindehaus endgültig abzureißen und einem Mehrfamilienhaus Platz zu machen.

Umzug Gemeindehaus Suderwick Umzug, Quelle Sonja Rexwinkel
Suderwick Abriss 3Suderwick Abriss 1Suderwick Abriss 2

Suderwick Abriss 5
Das Ende des „neuen“ Gemeindehauses, Quelle: Günter Koskamp

………….und was kommt jetzt??

Sonja Rexwinkel, 12.3.2012