Jubiläum Posaunenchor

Am 4. Mai 2014 feierte unser Posaunenchor sein 40-jähriges Jubiläum mit einem Bläsergottesdienst, in dem auch die Posaunenchöre aus Rhede und Borken musizierten. Dirigiert wurden die Chöre von Landesposaunenwart Daniel Salinga, während Kreiskantor Dr. Tamás Szöcs an der Orgel zu hören war. Dieser Gottesdienst war ein absoluter Ohrenschmaus! Während des Gottesdienstes wurde das Gründungsmitglied Dr. Johannes Vriesen für seine 40-jährige Mitgliedschaft im Posaunenchor geehrt. Nach dem Gottesdienst war die ganze Gemeinde zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus eingeladen.
ca. 1952 - Suderwicker und Werther Posaunenchor gemeinsam, evtl. 75-jähriges Jubiläum Suderwicker Kirche
Bild 1: Vor dem 2. Weltkrieg in Bolandsbuurs Garten: vlnr: , Karl Maurick ?, Wilhelm Brüntink, Albert oder Gerhard Brüntink, ?, ?, …… Boland-Beekenbuur, Willi Heidemann, Johann Kemink, Johannes Tuente, Wilhelm Tuente, ?, Wilhelm Weenink, ?**
Einen Posaunenchor hatte es in Suderwick schon viel früher gegeben, nachweislich schon im Jahre 1927, als er bei der Eröffnung des neuen Gemeindehauses auftrat. Alte Gemeindeglieder meinen sich zu erinnern, dass Pastor Johannes Meis, Pfarrer in Suderwick von 1.8.1915 bis 14.11.1946, zu Anfang seiner Amtszeit den ersten Posaunenchor in Suderwick gegründet habe. Vor dem 2. Weltkrieg war dieser Chor unter der Leitung von Pfr. Meis und gelegentlicher Aushilfe von Lehrer Tegeler sehr aktiv und gestaltete u.a. die „Geselligen Gemeindeabende“ des CVJM und unzählige Gottesdienste musikalisch. Der Festzug zur Kinderfestwiese, wo das jährliche Gemeindefest stattfand, wurde vom Posaunenchor angeführt, und abends schloss ein Fackelzug zurück ins Dorf unter den Klängen des Posaunenchors das Fest ab. Der unselige Krieg unterbrach die regelmäßigen Übungsabende und Auftritte, weil viele Bläser an die Front mussten. Nach dem 2. Weltkrieg kam es schon schnell zur Wiederbelebung des Posaunenchors. Da Pfarrer Meis am 14.11.1946 verstorben war, übernahm Johannes Tuente sr. die Leitung. Seine beiden Söhne Johannes jr. und Helmut sowie seine Tochter Hanni, Wilhelm Tuente mit den Söhnen Heinz, Walter und Willi, Gerhard, Theo und Johann Krämer, Heinrich Heesen, Johann und Willi Wassink, Gerd und Willi Heidemann, Heinz und Willi Blecking aus Werth, Gerhard Vriesen, Wilhelm Brüntink, Fritz Tacke, Gerd Teronde und Heinz Dey gehörten zu den Bläsern der ersten Stunde nach dem Krieg. Hans Bülten aus Isselburg vervollständigte, wenn nötig, aushilfsweise den Chor. Lehrer Butenborg aus Anholt sprang bei Bedarf als Aushilfsdirigent ein.
Posaunenchor Bild Nr. 1
(Bild 2: ca. 1952-Suderwicker u. Werther Posaunenchor musizieren gemeinsam unter Leitung von XX, möglicherweise beim 75-jährigen Bestehen unserer Kirche)

Neben den Auftritten im Gottesdienst und beim Kinderfest spielten die Bläser häufig zusammen mit dem Werther Posaunenchor. Außerdem machten sie es zu einer schönen Tradition, Silvester um 24 Uhr auf der Rampe der Molkerei in Suderwick das neue Jahr musikalisch zu begrüßen. Die Senioren der Gemeinde konnten sich an ihren runden Geburtstagen auf ein Ständchen freuen. Als der Chor 1955 Herrn Agterhoff zum 90. Geburtstag ein Ständchen brachte, soll der Jubilar hocherfreut gesagt haben: „In 10 Jahren lade ich euch wieder ein!“. Auch als Ehevermittler war der Posaunenchor erfolgreich: Hanni Tuente, die Tochter des Dirigenten lernte beim gemeinsamen Musizieren mit dem Werther Posaunenchor ihren späteren Mann, den Werther Flügelhorn-Bläser Ernst Bovenkerk, kennen. Als Chorleiters Johannes Tuente sr. in den 1960-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Taktstock niederlegte, war dies für die meisten Bläser Anlass, ihre Bläsertätigkeit ebenfalls aufzugeben. Das war das vorläufige Ende des Suderwicker Posaunenchors. Nur die Brüder Johannes jr. und Helmut Tuente trafen sich noch hin und wieder mit Gerhard Teronde und Heinz Dey, um auf privater Ebene gemeinsam zu musizieren. Mit dem Amtsantritt von Pastor Johannes Maas als Suderwicker Pfarrer, zeigte sich 1971 ein Hoffnungsschimmer am Suderwicker Musikhimmel. Seine hochmusikalische Gattin Marianne gründete nacheinander einen Kirchenchor und einen Kinderchor. Pfarrer Maas wünschte sich auch einen Posaunenchor, doch seine Gattin spielte kein Blasinstrument. Da war die Leitung eines Blasorchesters schwierig. Auf Initiative des Ehepaares Maas kam es 1974 letztendlich zur Gründung eines Jugendblasorchesters unter Leitung von Heinz Dey. Das Jugendblasorchester wuchs schnell und erreichte schon bald ein beachtliches Niveau. Sowohl Kirchenlieder wie auch weltliche Melodien standen auf dem Repertoire. Mit den Jahren wurden die Jugendlichen zu Erwachsenen, und aus dem Jugendorchester entwickelte sich der heutige Posaunenchor. Regelmäßige Auftritte im Gottesdienst sowie Gastauftritte in anderen Kirchen und ein jährlicher Ausflug bereicherten das Leben der Bläser, die noch gern an diese Zeit zurückdenken. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass die Mitgliederzahl wie in allen Vereinen wieder abnahm. Ein trauriges Phänomen unserer Zeit! Um die Jahrtausendwende gelang es Heinz Dey sogar, mit 7 Jugendlichen noch einmal eine neue Jugendgruppe ins Leben zu rufen, doch berufliche Ausbildung und sich ändernde Interessen führten leider nach einigen Jahren wieder zur Auflösung der Jugendgruppe. Als er am 1. Juli 2008 den Taktstock an Christian Praha weiterreichte, war Heinz Dey 33 Jahre lang Dirigent des Posaunenchors gewesen. Der gebürtige Bayer Christian Praha kam über seine Frau Ellen, die ebenfalls im Posaunenchor bläst, mit den Suderwickern in Kontakt und leitet den Chor jetzt bereits 6 Jahre lang. Dr. Johannes Vriesen bläst als einziges Gründungsmitglied noch immer im Suderwicker Posaunenchor und kann am Sonntag zusammen mit dem Chor sein 40-jähriges Bläserjubiläum feiern. Zwei weitere Gründungsmitglieder, Marco Dey und Ralf Schnieder, sind aus beruflichen Gründen verzogen und blasen in Posaunenchören in Bielefeld und Rhede. Derzeit besteht der Suderwicker Posaunenchor aus 8.Bläser/innen, eigentlich zu wenig, um mehrstimmige Stücke spielen zu können. So ist man bei Auftritten oft auf Gastbläser angewiesen. Ein schönes Geburtstagsgeschenk zum Jubiläum wäre es daher, wenn sich einige neue Bläser anmelden würden.P1000421Bild 3: Der jubilierende Posaunenchor mit Landesposaunenwart Daniel Salinga und Kreiskantor Dr. Tamás Szöcs in Aktion

(** Erkennen Sie noch jemanden auf dem Foto? Bitte lassen Sie es uns wissen!)